Zahnarztpraxis  Dr. Würfel Frank Würfel und Kollegen
Zahnarzteinsatz in Madagaskar
09. 10. 2017 Es ist wieder mal Zeit. Es kribbelt erneut in meinen Zahnarztfingern, auf Außeneinsatz zu gehen und ein ganz klein wenig Gutes zu tun. Es soll wieder einmal Richtung Afrika gehen. Der Zweitgrößte Inselstaat der Welt -  oder wie manche sagen, der 8. Kontinent - ist das Ziel. MADAGASKAR Entstanden ist die Insel Madagaskar zu Zeiten von Gondwana. Seitdem zwar noch gelegentlich  geologisch durchgeschüttelt; ist sie aber im Wesentlichen das geblieben, was sie damals schon war – eine Insel, weit draußen vor der Ostküste Afrikas. Die Folge war, dass es über 60 Prozent aller Tiere, die es hier gibt, auch wirklich nur hier gibt. Bei den Pflanzen ist der Bekannteste sicher der riesige Affenbrotbaum, der wie eine gigantische Wurst, mit oben ein bisschen grünem Gestrüpp, in der Gegend herumsteht. Bei den Tieren sind es zu aller erst die Lemuren, die wohl jeder zwischen 5 und 15 aus „Madagaskar“ dem Zeichentrickfilm, kennt. Das größte Raubtier, die Fossa, hat die Körpermaße einer europäischen Hauskatze.  Da es auch komplett an giftigen Schlangen fehlt, könnte man meinen, Madagaskar sei das Traumland für  Einwohner und Urlauber schlechthin. Nun, ganz so ist dem nicht. Krokodile haben sich erhalten. Auch wenn es wegen der Taschen und Schuhindustrie nicht mehr so viele gibt, so ist man doch gut beraten, in Binnenseen und Flussläufen über das Baden nachzudenken. Madagaskars Hauptproblem aber ist wohl, wie in vielen Teilen Afrikas, die Mischung aus Armut, Misswirtschaft und Zerstörung des Lebensraumes der Insel. Und so gehören die normalen Madegassen und das sind die Allermeisten, zu den Ärmsten der Welt – und genau so sehen auch ihre Zähne aus. Das hat eine Gruppe junger engagierter Zahnärzte 2015 dazu bewogen, den Verein Planet Action. Helfende Hände e. V.“ zu gründen, um in diesem schönen Land aktiv zu werden. Mit viel Herzblut, Zeitaufwand und 100 Prozent ehrenamtlich organisieren sie seitdem Einsätze von kleinen Zahnarztgruppen vor Ort. Das hat mir so gut gefallen, dass ich mein bisheriges Grundprinzip - zwar über Vereine, aber lieber allein auf solche Einsätze zu gehen - zurückgestellt habe und nun mit einem Team von insgesamt 5 Zahnärzten nach Madagaskar fliegen werde,  um dort 2 Wochen zu arbeiten. Ich bin neugierig auf die Erfahrungen, die mich dort erwarten werden und falls ihr Interesse habt, könnt ihr hier nachlesen, wie es mir ergangen ist. Dezember 2017 Nun ist der November vergangen und der Einsatz in Madagaskar musste ausfallen. Sehr schade. Alle Flüge waren gekauft, alle Unterkünfte bestellt. Fast ein Dutzend Spender unterstützten den Einsatz. Nur leider trat in Madagaskar im September die Pest auf. Nun ist die Insel ein Land, wo Pestkranke nicht so außergewöhnlich sind und die Beulenpest ist heute schon gut behandelbar – wenn man die notwendigen Medikamente hat. Nur leider war es dieses Mal die Lungenpest und die ist deutlich ansteckender, erst recht für Dentisten, die sehr nahe mit Patienten zu tun haben. Da die Lungenpest über die Atmung weitergegeben werden kann und es bis Ende Oktober über 200 Tote gab, haben wir dann doch gekniffen. Die gespendeten Gelder kommen dennoch zu 100 Prozent dem Verein und weiteren Einsätzen zu Gute. Und für mich steht dieses Land weiterhin auf der Wunschliste. Ich hoffe, zu einem späteren Zeitpunkt dann doch noch über Madagaskar berichten zu können.